Schonende Hautkrebsbehandlung im Gesicht
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Ablauf der Hautkrebsbehandlung im Gesicht

Viele Patientinnen und Patienten möchten vor einer Behandlung wissen, was wann passiert. Ein klarer Ablauf hilft, den Prozess besser einschätzen zu können.

Visuelle Darstellungen

Wo sinnvoll, ergänzen schematische Darstellungen die textlichen Erläuterungen. Sie dienen der Veranschaulichung einzelner Behandlungsschritte und stellen keine Ergebnisgarantie dar.

Auf dieser Seite werden die folgenden Aspekte zum Ablauf der Behandlung erläutert:

Überblick: Der Behandlungsprozess der Wundkontraktion

Die Behandlung erfolgt in mehreren Schritten und erstreckt sich in der Regel über 3 – 4 Monate. Zwischen den einzelnen Terminen liegen meist 3 Wochen, sodass der Ablauf gut planbar ist.

1. Entfernung des Hautkrebses

Im ersten Schritt wird der Tumor (Hautkrebs) unter örtlicher Betäubung mit angemessenem Sicherheitsabstand möglichst vollständig entfernt (Abbildung 1). Um sicherzugehen, dass der Tumor komplett entfernt wird, entnehmen wir für die feingewebliche Untersuchung in der Pathologie (vgl. „Hautkrebs verstehen“) zusätzlich sehr dünne Hautstreifen an den Rändern der Wunde, sogenannte Randschnitte. Die Wunde wird dabei zur besseren Orientierung wie ein Zifferblatt einer Uhr in vier Bereiche eingeteilt: von 0 bis 3 Uhr, von 3 bis 6 Uhr, von 6 bis 9 Uhr und von 9 bis 12 Uhr. So kann bei der späteren Untersuchung durch die Pathologie ganz genau zugeordnet werden, aus welchem Bereich der Wunde die Probe stammt. Zusätzlich wird aus der Tiefe der Wunde eine weitere Gewebeprobe entnommen. Alle Proben werden darauf untersucht, ob Tumorreste vorhanden sind, oder alles entfernt worden ist (vgl. „Hautkrebs verstehen“).

Abbildung 1: Der Hautkrebs wird mit einem Sicherheitsabstand von ca. 3 mm rundherum um den sichtbaren Tumor entfernt. Zusätzlich werden rund um den entfernten Bereich Gewebeproben entnommen, entsprechend kenntlich gemacht und mikroskopisch untersucht. So kann genau festgestellt werden, ob der Tumor vollständig entfernt wurde.

Da die Wunde zunächst offen beziehungsweise nur vorläufig versorgt bleibt, kann bei Bedarf gezielt genau an der betroffenen Stelle weiteres von Krebsausläufern befallenes Gewebe entfernt werden. So lässt sich besonders präzise und sicher arbeiten, bis Tumorfreiheit gewährleistet ist.

1.1. Erste kontrollierte Annäherung der Wundränder bereits bei der Hautkrebsentfernung

Schon zu Anfang kann die Wunde symmetrisch ringförmig um bis zu 5 mm verkleinert werden (Abbildung 2). Dies geschieht mithilfe einer speziellen Nahttechnik (zirkuläre Saumnaht), die die Haut zusammenführt, ohne sie unter hohe Spannung zu setzen. Diese Naht verbleibt in der Regel 3 – 4 Wochen und ermöglicht eine erste Annäherung der Wundränder.

Abbildung 2: Eine zirkuläre Saumnaht (eine rund um die Wunde gesetzte Naht) führt bereits im ersten Schritt zu einer deutlichen Verkleinerung der Wunde.

2. Weitere schrittweise Annäherung/schonender Wundverschluss

In den folgenden Wochen wird die Wunde in 2 – 3 weiteren kleinen Schritten zusammengeführt. Durch dieses Vorgehen kann sich die Haut langsam anpassen.

Diese Eingriffe erfolgen ebenfalls in örtlicher Betäubung, sind in der Regel kurz und verkleinern die Wunde Stück für Stück. Bei größeren Wundflächen (ca. 2 – 4 cm) wird zusätzlich als Schutzbarriere eine resorbierbare Membran aufgenäht (Abbildungen 3 – 4). Diese Membran wird von körpereigenen Hautzellen durchdrungen und durch körpereigenes Gewebe ersetzt. Diese Membran kann auch ausschließlich verwendet werden, hinterlässt aber eine ausgedehnte dellenförmige Narbe. Hier setzt die chirurgische Wundkontraktion an, die die Hautränder direkt zusammenführt und damit die Narbe auf ein Minimum verkleinert.

Abbildung 3: Um größere Wunden initial abzudecken und zu schützen, wird eine spezielle Membran, kenntlich an der weißen Farbe, auf die Wunde aufgebracht und mit Nähten fixiert.
Abbildung 4: In demselben Eingriff wird anschließend eine individuell angepasste Verbandsplatte aufgebracht und mit Nähten fixiert. Sie drückt die Membran auf den Wundgrund und unterstützt deren Einheilung. Die Verbandsplatte ist aus durchsichtigem, weichem Kunststoff und erlaubt so die optische Wundkontrolle.

3. Abschluss und stabiler Wundverschluss

Sobald die Wunde ausreichend verkleinert ist, erfolgt der abschließende stabile Wundverschluss (Abbildungen 5 – 7). Je nach Situation und Größe der Wunde kann eine Sitzung mit Anlage einer zirkulären Saumnaht auch entfallen.

Abbildung 5: Verkleinerung der Wunde durch eine erneute zirkuläre Saumnaht in einer extra Sitzung.
Abbildung 6: Verkleinerung der Wunde durch eine erneute zirkuläre Saumnaht in einer extra Sitzung, bis die Wunde fast verschlossen ist.
Abbildung 7: Bei dem stabilen Wundverschluss wird die Wunde im letzten Schritt in mehreren Schichten vernäht. Dadurch wird das Risiko verringert, dass die Narbe später wieder auseinanderweicht.

Zeitrahmen und Termine

Der gesamte Ablauf des Wundverschlusses erstreckt sich in der Regel über 12 bis 16 Wochen. Wie viele Schritte notwendig sind und in welchen Abständen sie erfolgen, hängt unter anderem ab von der Größe und Lage der Wunde, von der individuellen Hautbeschaffenheit und vom Heilungsverlauf

Der Ablauf wird immer individuell geplant.

Schmerzen und Betäubung

Alle Behandlungsschritte erfolgen in der Regel unter örtlicher Betäubung. Während der Eingriffe sind daher meist keine Schmerzen zu erwarten. Die Sitzungen dauern initial ca. 45 min, dann zumeist ca. 30 min. Direkt im Anschluss daran verlassen Patienten die Praxis und können häufig ihrem Alltag nachgehen.

Besondere Umstände zwischen den operativen Behandlungsschritten

Das teilweise Offenlassen der Wunden bereitet normalerweise keine Probleme, wenn bestimmte Umstände beachtet werden: Tätigkeiten in staubiger Umgebung sind in den während der Behandlung, vorallem aber in den ersten 2 Monaten zu vermeiden. Ebenso ist Schwimmen insbesondere in stark gechlorten Schwimmbecken nicht empfehlenswert. Stärkere Sonneneinstrahlung ist dem Abheilen der Wunden nicht zuträglich, auch im Hinblick darauf, dass es die Neuentstehung von weiteren Hautkrebsen begünstigen kann.

Das Abdecken der Wunde mit einem Pflaster wird von Patienten i.d.R. in den ersten 2 – 3 Wochen praktiziert. Danach ist die innere und äußere Akzeptanz soweit gegeben, dass darauf fast immer verzichtet wird.

Wie es weitergeht

Auf der nächsten Seite finden Sie eine sachliche Übersicht über die Vorteile, Bewertung und Grenzen der Methode.

Medizinische Fachinformationen: Dr. med. Dr. med. dent. Andreas Born